Warum der Harz zum Mountainbiken wie gemacht ist
Das nördlichste Mittelgebirge Deutschlands hat einen entscheidenden Vorteil gegenüber den Alpen: kurze Anstiege, schnelle Abfahrten, dichtes Streckennetz – und das alles auf einer Fläche von 60 x 40 Kilometern. Der Brocken bringt es auf 1.141 Meter, der Wurmberg auf 971 – das klingt nicht nach viel, aber die Harz-Trails machen das mit Abwechslung und Charakter wett. Granitfelsen, Wurzelpassagen, Bachquerungen, uralte Waldwege und offene Bergwiesen wechseln sich im Minutentakt ab. Dazu kommt eine MTB-Infrastruktur, die in Norddeutschland einzigartig ist: Bikeparks mit Gondeln und Sesselliften, ausgeschilderte Routen in drei Schwierigkeitsgraden, Verleihstationen, bikefreundliche Unterkünfte und eine aktive Szene, die den Harz seit über 20 Jahren als MTB-Region aufbaut. Wer aus Hamburg, Hannover, Berlin oder dem Ruhrgebiet kommt, ist in zwei bis drei Stunden mitten im Revier – das macht den Harz zum perfekten Ziel für Tagesausflüge und Bikewochenenden. Ein weiterer Pluspunkt: Die Saison im Harz ist lang. Während in den Alpen oft erst im Juni der Schnee von den Trails verschwindet, kannst du im Harz schon ab März oder April auf dem Bike sitzen. Viele Parks öffnen über Ostern, und die Touren der Volksbank Arena Harz sind bis weit in den Oktober fahrbar.
Alle Bikeparks im Harz im Überblick
Sechs Bikeparks verteilen sich über den Harz – jeder mit eigenem Charakter, eigenem Lift und Strecken für verschiedene Level. Zusammen bilden sie die größte Bikepark-Dichte im Harz und in ganz Norddeutschland. Hier die Übersicht aller Parks für deine MTB-Harz-Planung: Bikepark Braunlage am Wurmberg ist der höchstgelegene Park im Harz. Eine 6er-Gondel bringt dich und dein Bike auf 971 Meter, von dort geht es auf vier Trails mit bis zu 3.600 Metern Länge und 400 Höhenmetern ins Tal. Downhill, Freeride und Enduro – hier kommen vor allem Fortgeschrittene und Profis auf ihre Kosten. Tageskarte: 38 €. → Alle Infos zum Bikepark Braunlage Bikepark Hahnenklee am Bocksberg ist die familienfreundliche Alternative. Vier Strecken von Flowtrail bis Downhill, dazu ein Übungsparcours für Kinder und Fahrtechnik-Kurse. Wer erstmal reinschnuppern will, kommt hier ab 2,50 € pro Abfahrt (ohne Lift) auf seine Kosten. Tageskarte mit Sessellift: 30,90 €. → Alle Infos zum Bikepark Hahnenklee Bikepark St. Andreasberg (MSB X-Trail) am Matthias-Schmidt-Berg bietet neun Trails auf verschiedenen Schwierigkeitsgraden – vom Flowtrail über die Jumpline bis zum technischen Downhill. Ein moderner Sessellift und Verleih direkt vor Ort machen den Einstieg leicht. Tageskarte: 39 €. → Alle Infos zum Bikepark St. Andreasberg Bikepark Bodetal in Thale liegt im östlichen Harz und ist bekannt für seine spektakuläre Felskulisse. Sechs Trails, darunter die legendäre Rosstrappendownhill-Strecke, auf der bereits Deutsche Meisterschaften im Downhill ausgetragen wurden. Der Sessellift zur Rosstrappe bringt dich auf den Berg. Tageskarte: 35 €. → Alle Infos zum Bikepark Bodetal Racepark Schulenberg am Iberg ist ein kleiner, feiner Park mit eigenem Sessellift. Drei Strecken auf 400 Höhenmetern – kompakt, aber knackig. Besonders beliebt bei Locals und Fahrern, die kurze Anfahrtswege aus dem westlichen Harz schätzen. → Alle Infos zum Racepark Schulenberg Trailpark Harz bei Wernigerode bietet Naturtrails ohne Lift – hier wird aus eigener Kraft getreten. Der Park ist kostenlos und setzt auf naturbelassene Trails durch den Wald. Perfekt für Enduro-Fahrer, die keine präparierten Strecken brauchen, sondern echtes Geländefeeling suchen. → Alle Infos zum Trailpark Harz Wer alle Parks erleben will: Mit dem Harz Parks One Ticket bekommst du Zugang zu mehreren Parks mit einem Kombiticket.
Volksbank Arena Harz – 2.200 Kilometer MTB-Streckennetz
Abseits der Bikeparks wartet das größte ausgeschilderte MTB-Streckennetz Norddeutschlands: die Volksbank Arena Harz. 74 Rundrouten, 2.200 Kilometer Gesamtlänge, 59.000 Höhenmeter, verteilt auf 31 Startorte zwischen Goslar und Blankenburg, Bad Harzburg und Bad Sachsa. Das Netz ist in drei Schwierigkeitsgrade klassifiziert: blau (leicht, 20–40 km, bis 500 hm) eignet sich für Einsteiger und Familien, rot (mittel, 40–60 km, 500–900 hm) richtet sich an regelmäßige Fahrer, und schwarz (schwer, 60–90 km, über 900 hm) fordert konditionsstarke Biker. Alle Routen sind einheitlich ausgeschildert und auf Komoot sowie Outdooractive mit GPS-Daten hinterlegt. Besondere Tourempfehlungen: Die „Kleine Wasser-Tour“ ab Clausthal-Zellerfeld entlang der historischen Oberharzer Wasserwirtschaft (UNESCO-Welterbe) ist ideal für den Einstieg. Wer es anspruchsvoller mag, nimmt die Nord-Süd-Durchquerung von Bad Harzburg nach Bad Lauterberg – 66 Kilometer, 2.450 Höhenmeter, über den Brocken. Die West-Ost-Route von Seesen nach Ilsenburg schlägt mit 91 Kilometern und 2.500 Höhenmetern zu Buche. Von den 31 Startorten bieten Braunlage, St. Andreasberg und Hohegeiß zusammen rund 366 Kilometer Strecke und damit den dichtesten Einstieg ins Netz. Dort findest du auch Verleihstationen, Werkstätten und bikefreundliche Unterkünfte.
Devils Trail – Die Königstour über den Harz
Für alle, die eine echte Herausforderung suchen: Der Devils Trail ist eine ausgeschilderte MTB-Rundtour über 184 Kilometer mit 4.300 Höhenmetern, die dich über acht Gipfel quer durch den Harz führt. Die Strecke verläuft auf Teilstücken der Volksbank Arena Harz und lässt sich in acht Etappen oder – für die ganz Harten – am Stück fahren. An acht Checkpoints sammelst du Stempel im mitgelieferten Tourbook. Wer alle hat, wird offizieller Devils Trail Finisher – inklusive Eintrag auf der Finisher-Liste und einem T-Shirt. Die Anmeldung läuft online über devils-trail.de, das Startset mit Tourbook und Stempelkarte holst du dir im OutdoorCenter Harz in Clausthal-Zellerfeld ab. Die beste Zeit für den Devils Trail liegt zwischen Mai und Oktober. Die Strecke besteht aus ca. 118 km Schotterweg, 34 km Trails, 23 km Asphalt und 9 km Straße. Ein vollgefedertes MTB oder E-MTB wird empfohlen.
Mountainbiken im Harz mit E-Bike
Der Harz eignet sich bestens fürs E-Mountainbike. Die Anstiege sind oft steil, aber kurz – genau das Terrain, in dem ein Motor den Unterschied macht, ohne den Trail-Spaß bergab zu schmälern. Alle Touren der Volksbank Arena Harz sind für E-MTBs freigegeben, der Devils Trail lässt sich explizit auch mit E-Antrieb fahren. In den Bikeparks gelten unterschiedliche Regeln: In manchen Parks sind E-MTBs zugelassen, in anderen nur auf bestimmten Strecken. Informiere dich vorab auf der jeweiligen Parkseite. Ladestationen findest du an vielen Gastgeberbetrieben und Tourist-Informationen – erkennbar am Schild „Hier laden Sie auf“ der Volksbank Arena Harz. E-Bike-Verleiher gibt es unter anderem in Braunlage, Bad Harzburg, Clausthal-Zellerfeld, St. Andreasberg und Goslar.
Singletrails und Downhill im Harz – abseits der Bikeparks
Mountainbike Harz heißt nicht nur Bikepark. Der Harz hat ein wachsendes Netz an Singletrails, die abseits der Liftanlagen echtes Trailfeeling bieten. Im Nationalpark Harz gelten besondere Regeln – hier darfst du nur auf ausgewiesenen Wegen fahren. Außerhalb des Nationalparks findest du aber jede Menge naturbelassene Trails, die auf Komoot und Trailforks dokumentiert sind. Für Downhill im Harz ohne Bikepark-Infrastruktur bietet der Trailpark Harz bei Wernigerode kostenlose Naturtrails mit Downhill-Charakter. Hier wird aus eigener Kraft gefahren – kein Lift, kein Eintritt, dafür echtes Backcountry-Feeling. Wer gezielt Singletrails im Harz sucht, wird vor allem rund um den Brocken, im Okertal bei Goslar und in den Wäldern um Braunlage fündig. Eine gute Anlaufstelle für aktuelle Trail-Tipps und GPS-Daten ist die MTB-Harz-Community auf Komoot und Trailforks.
MTB-Touren im Harz für jedes Level
Anfänger und Familien: Starte mit den blauen Routen der Volksbank Arena Harz – kurze Rundtouren zwischen 20 und 40 Kilometern ohne technische Schwierigkeiten. Die „Kleine Wasser-Tour“ ab Clausthal-Zellerfeld entlang der historischen Oberharzer Wasserwirtschaft ist ideal für den Einstieg: flache Wege, kaum technische Passagen, dafür UNESCO-Welterbe-Kulisse. In den Bikeparks bieten Hahnenklee und St. Andreasberg Übungsparcours und Flowtrails für Einsteiger. Fahrtechnik-Kurse vor Ort helfen, die Grundlagen sicher zu lernen, bevor es auf die anspruchsvolleren Strecken geht. Fortgeschrittene: Die roten MTB-Routen im Harz (40–60 km, bis 900 hm) bieten echtes Tourenfeeling mit Trailpassagen und fordernden Anstiegen. Besonders empfehlenswert: die Touren rund um Braunlage, St. Andreasberg und Hohegeiß, die zusammen rund 366 Kilometer Strecke bieten und als Einstieg ins Kerngebiet der Volksbank Arena gelten. In den Bikeparks findest du auf den roten und mittleren Strecken genug Herausforderung – der Brunhildenritt im Bikepark Bodetal mit 3.300 Metern Enduro-Trail ist ein Highlight. Profis und ambitionierte Fahrer: Schwarze Routen in der Volksbank Arena, der Devils Trail als Mehrtages-Challenge, die schwarzen Downhill-Strecken in Braunlage und Bodetal. Der Rosstrappendownhill in Thale und die Freeride-Lines am Wurmberg fordern alles, was du hast. Für Harz-Mountainbiker, die es richtig wissen wollen: Die Nord-Süd-Durchquerung von Bad Harzburg nach Bad Lauterberg – 66 Kilometer über den Brocken mit 2.450 Höhenmetern – ist die Königsetappe unter den Harz-Touren.
Praktisches: Verleih, Anreise und Unterkünfte
Bike-Verleih: An allen größeren Bikepark-Standorten gibt es Verleihstationen für Mountainbikes, Downhill-Bikes und E-MTBs. Die Bikeparks Braunlage, Hahnenklee, St. Andreasberg und Bodetal bieten Leihbikes und Schutzausrüstung direkt vor Ort. In den Orten Goslar, Bad Harzburg, Clausthal-Zellerfeld und Ilsenburg findest du weitere Verleiher, auch für Touren-MTBs. Anreise: Der Harz ist aus Hamburg, Hannover, Berlin, Magdeburg und dem Ruhrgebiet in 2–3 Stunden erreichbar. Die wichtigsten Autobahnen sind die A7 (Westen), A2/B6 (Norden) und A38 (Süden). Mit der Bahn geht es bis Bad Harzburg, Goslar, Wernigerode oder Thale – von dort weiter mit Bus oder Shuttle. Die Harzer Schmalspurbahn nimmt ebenfalls Fahrräder mit. Unterkünfte: In vielen Harz-Orten gibt es bikefreundliche Hotels und Ferienwohnungen, erkennbar am Mountainbike-Gastgeber-Siegel der Volksbank Arena Harz. Diese bieten Werkzeug, Waschplatz fürs Bike und sichere Abstellmöglichkeiten. Besonders gute Ausgangspunkte für Biker sind Braunlage, St. Andreasberg, Clausthal-Zellerfeld und Bad Harzburg – hier hast du kurze Wege zu Bikeparks und ins Streckennetz.
Mountainbike Harz – Fazit
Sechs Bikeparks, 2.200 Kilometer ausgeschilderte MTB-Routen, der Devils Trail als Königsdisziplin, naturbelassene Singletrails und eine Infrastruktur, die von Verleih über Fahrtechnik-Kurse bis zu bikefreundlichen Unterkünften alles abdeckt – der Harz gehört zu den komplettesten MTB-Regionen Deutschlands. Kein anderes Mittelgebirge in Norddeutschland bietet diese Dichte an Bikeparks und Trails auf so kompaktem Raum. Ob Tagesausflug in den Bikepark, Wochenend-Tour durch die Volksbank Arena oder Mehrtages-Abenteuer auf dem Devils Trail – der Harz liefert für jedes Level und jeden Fahrstil das passende Revier. Pack dein Bike ein, schnapp dir deine Crew und mach dich auf den Weg. Der Harz wartet.



